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Good Morning Vietnam! (Thaicast #7)

10 Tage Vietnam mit ner großartigen 1400km lange Motorbike Tour durch den Norden Vietnams!

Kleine Zusammenfassung, Video und Bilder…

Hanoi: langweilige, nervige und verdammt dreckige Stadt. Finde ich Bkk um einiges schöner… Aber gibt ein paar nette Museen in Vietnams Hauptstadt.

Halong Bay: wahnsinnige Natur, viele Touris aber war aufjedenfall ein “must see” in Vietnam. Habe auf dem Schiff auch das erste mal Muscheln (schmeckt irgendwie nur nach Salz) und Krabben (lecker!) gegessen.

Danang/Hoi An: sehr schöne Altstadt, schöner Strand aber auch hier leider wieder alles auf Touristen ausgelegt. Ich denke mal in ein paar Jahren wird Vietnam wahnsinnig boomen und man kann sich vor Tschibo und Lidl Angeboten kaum noch retten. Was aufjedenfall günstig ist: Anzüge und Schuhe maas-schneidern lassen! Habe mir bunte Schuhe aus Leder für rund 25 Euro machen lassen -> echt top!

Northern Vietnam Motorbike Tour:

Bin mehr oder wenig durch einige alternative Reiseberichte im Netz drauf gekommen diese Tour zu machen und es war definitiv eine der Reisen dieses Jahr!

Der Norden von Vietnam ist wunderschön! Wahnsinnig hohe Gebirge (bis zu 3200 Meter) und eine völlig unberührte Natur. Jede menge kleine Bergdörfer mit souveränen Bergstämmen.

1400 Kilometer in 5 Tagen, bis auf ein paar Änderungen diese Route:

Mein Motorrad:

Honda “irgendwas” mit viel PS^^
Kenne mich leider 0 aus und hab ja nichtmal nen richtigen Motorradführerschein, also lasse ich die Details mal raus. 12 US Dollar pro Tag. Ausgeliehen beim Offroad Vietnam Shop im Old Quarter Hanoi (netter englisch sprachiger Besitzer).

Tag 1:

Gestartet in Hanoi morgens um 7 Uhr. (Anmerkung: Wer in Hanoi Motorrad fahren kann, kann ÜBERALL Motorrad fahren! Selten so ein Chaos gesehen^^)
Ziel des Tages war eigentlich Moc Chau, aber ich hab mich verfahren war am Abend in Yen Bai. Kartenmaterial hilft leider mal garnicht… Kurz nach Hanoi kommt man durch zahlreiche kleine Dörfer (quasi alle 15-20km) und jedes Dorf hat ein T-Stück OHNE Schilder. Ziemlich nervig…

Die meisten Dörfer vor Hanoi sind sehr staubig. Ich kann mir teilweise garnicht vorstellen wie man dort dauerhaft leben kann (wahrscheinlich “muss”). Hatte fast dauerhaft eine Staubwolke vor mir und konnte maximal 50 Meter sehen.

Außerhalb nähe Viet Tri gab es dann schon einen Höhepunkt des Tages. Ich hatte mich mit zwei Baquettes auf einen Damm zwischen Reisfeldern gesetzt (Mittagszeit) und mümmelte so vor mich hin. Auf jedem Feld waren ca. 1-2 Bauern und plötzlich sah ich wie sich alle an einem Feld sammelten (100m entfernt). Nachdem ich ca. 10min probierte meine Kekspackung aufzukriegen und wieder aufblickte merkte ich das die 10-12 Bauern auf mich zu rannten.
Hab mich erst total erschreckt und überlegt ob ich schnell wegfahren sollte. Wer weiß, vielleicht planten die nen Überfall…
Aufjedenfall trugen sie einen Bauern und ein anderer wurde gestützt.
Mit Zeichensprache wurde mir klar gemacht das ich den einen (der übrigens alle 5min kurz bewusstlos wurde) ins nächste Dorf bringen sollte. Der andere hatte extrem hohes Fieber und schien ebenfalls total benommen. Ich gab ihm meine große Flasche Wasser und ne Paracetamol + Aspirin.
Ich ließ meinen Rucksack dort und die anderen halfen mir den anderen Bauern hinten drauf zu setzen. Ich hatte die glorreiche Idee die Gummischnur zum festmachen meines Rucksacks dafür zu nutzen den Bauern an mir fest zu machen ;)
Das ganze zahlte sich nach 5 Minuten aus. Er wurde nämlich wieder bewusstlos und wäre mir 100 prozentig von der Maschine gefallen. Mit kurzen Stops hat es geschlagene 20min bis zum nächsten Dorf gedauert. Waren ca. 30 Km – Unfassbar das die das jeden Tag gehen müssen… nichtmal nen Fahrrad. Hätten die Bauern ihn dort hin getragen wäre wahrscheinlich der halbe Tag vergangen und er wäre verreckt.

Das Dorf war auch nicht wirklich groß (20 Häuser ca.) und es gab ein Haus das ein rotes Kreuz vorne drauf hatte. Es sollte scheinbar auch ein “Krankenhaus” symbolisieren – aber es tat mir in der Seele weh als ich sah was dort wirklich abging.

Der Bauer legte sich auf eine Liege und bekam vom “Arzt” eine Hühnersuppe… ehm ja… DAS WARS!
Ich dachte der bekommt jetzt wenigstens ne Infusion, Medikamente oder sonstwas… aber NE, nur ne Suppe. Habe ihm dann ebenfalls noch ne Paracetamol und ne Aspirin gegeben.
Nachdem ich mich ebenfalls auch kurz ausgeruht hatte und mir zwei Häuser weiter in einem Minishop noch zwei neue Wasserflaschen gekauft hatte, wollte ich wieder zurück – der kranke Bauer allerdings auch.

Mit wilden gestigen wollte er mir klar machen das er wieder arbeiten müsse. Er sah auch wesentlich gesünder aus (nach nur ca. 45min) und ich konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen. Das ganze Dorf war übrigens zusammengekommen und der “Arzt” bot mir an doch dort zu nächtigen und auch ein bischen Hühnersuppe zu essen. Allerdings hatte ich ja nen strikten Zeitplan und musste leider ablehnen.

Als wir wieder bei den Feldern waren, saßen einige Bauern noch bei dem anderen Kranken, der allerdings schon wieder Topfit war. Ich glaube die Paracetamol wirkt bei so Leuten extrem schnell und gut, weil die noch nie in ihrem Leben nen Medikament genommen haben.

Bei der Verabschiedung kamen mir dann wirklich die Tränen. Die beiden (vorher kranken) Bauern küssten meine Hand, gingen vor mir auf die Knie und bedankten sich zu tiefst. Ich wusste garnicht wie ich damit umgehen sollte. Ich ließ ihnen noch ein paar Kekse und ne Flasche Wasser da und machte mich dann weiter. Es tat mir wahnsinnig leid… Es ist wahnsinn wie diese Bauern dort Tag für Tag in der Mittagssonne schufften, spindel dünn ohne Wasser und mit nur einem Leib Brot für den Tag. Wundert mich das die überhaupt durchhalten und nicht allesamt täglich umkippen.

Nach diesem intesiven Erlebnis, welches übrigens komplett auf Zeichensprache von sich ging (als wenn vietnamesische Bauern englisch könnten^^) ging es fast ohne Zwischenstopp nach Yen Bai. Eine ziemlich große Stadt in den Bergen.

Gegen 17 Uhr sollte man aufhören zu fahren, weil es anfängt zu dämmern und Nachts durch engspurige Bergstraßen ist nicht soo geil.
Es war 16.30 und ich trank ein lecker Hanoi Bier an einem See. Dort lernte ich dann Kat kennen. Kat ist Kellnerin am und studiert in Hanoi – ist aber am Wochenende immer in der nähe von Yen Bai um ihre Eltern zu besuchen. Kat war außerhalb von Hanoi und Sapa die einzigste Person auf der kompletten Reise die englisch sprechen konnte. Ansonsten wurde Zeichensprache gesprochen^^

Aufjedenfall war ich sehr froh mal wieder ein wenig Wörter anstatt Gestiken zu benutzen und nach ner halben Stunde Smalltalk lud sich mich ein doch bei ihr und ihren Eltern zu übernachten.
Wir fuhren dann ein Stück aus Yen Bai raus und hielten kurz vor Yen Binh an einer schön geschmückten Holzhütte.
Die Übernachtung war großartig und sehr eindrucksvoll. Unfassbar freundlich wurde ich empfangen und bekam eigene Matratze und ne leckere Nudelsuppe. Die Familie schlief inkl. Tieren in einem Raum. Knapp fünf Meter hinter mir schlief ein Wasserbüffel, der mir etwas Angst machte (aber zum glück angeleint war). Konnte sehr sehr gut schlafen und wurde morgens von mehreren Enten geweckt die an meinen Füßen spielten. Ich war übrigens der letzte der auf wachte und es war grade mal 6 uhr morgens…
Kat’s Vater brachte mir voller Freude einen frischen Kaffe und Kat übersetzte fleissig. Der Großvater hat wohl mehrere Kaffeplantagen und der Kaffe sei aus den eigenen Bohnen ganz frisch gemahlen! So hat er auch geschmeckt! Sehr sehr stark, aromatisch und von außen mit heißen Wasser erhitzt. Yummy!

Tag 2

Von Yen Binh ging es nun in noch höhere Berge… Die Luft wurde dünner und die vorher in Hanoi gefühlten 30 Grad waren nun auf knappe 10 Grad gefallen. Die Landschaft wurde allerdings um einiges schöner! Immer mehr kleine Bäche, Kaffeeplantagen, Wasserfälle und das erste mal richtig gute geteerte Straßen.
Vorher gab es immer einen Mix aus Geröll und Lehm – d.h. nie mehr als 40 km/h und jetzt konnte man auf den geteerten und vorallem breiten Straßen auch mal in Ruhe 50 oder 60 km/h fahren.
Nur zwei kurze Stops auf dem Weg nach Sapa. Einmal um meine Kette zu ölen und Reifendruck zu korrigieren und beim zweiten mal für ein leckeres Mittagessen.

In dem kleinen Restaurant vor Lao Cai köstigte ich eine typische vietnamesische Nudelsuppe mit etwas Reis und wurde danach von einige “Geschäftsmännern”, die auf dem Weg nach China waren, auf den berühmten “Moonshine Ricewhine” eingeladen. Ich bedankte mich und wollte weiter, allerdings wollte mich JEDER der anwesenden auf einen Reiswein einladen, sonst wären sie beleidigt. Ich deutete mit Gestik darauf hin das ich noch fahren müsse, aber sie lachten nur… Nach einem Kompromiss trank ich noch zwei kleine für alle restlichen Leute zusammen und fuhr wohl-gewärmt mit etwas langsamerem Tempo weiter richtung Sapa.

Angekommen in Sapa spürte man deutlich die Höhe und vorallem die schönen 1 Grad. Das erste mal frieren seit 7 Monaten… komisches Gefühl.
Die Stadt ansich war sehr schön und machte den Eindruck sehr “aufgeräumt” und gepflegt zu sein. Sehr viele chinesische Einflüsse, große Plätze, Statuen und jede Menge Touris die mit dem Nachtzug aus Hanoi für ein oder zwei Tage her kamen.

Nachdem ich mir ein schönes Hotel gesucht hatte (4 USD) holte ich mir ein paar leckere Baquettes (ein Dank an die franz. Kolonialmacht) und schaute mich in der Stadt um. Abends ging es in eine nette Bar namens “Red Dragon” und der einige Touris und einheimische saßen. Ich lernte einen lustigen Vietnamesen kennen, der 5 Jahre in der USA gelebt hat, in Harvard studiert hat und was glaubt ihr macht er jetzt? Er verkauft Grabsteine in nem Bergdorf nähe Sapa – WTF?

Tag 3

Am nächsten morgen ging es mit einer der typischen in Bergvolk-tracht gekleideten Frauen und zwei Australiern zum Trekking/Hiking in die Berge. Wir besuchten einige kleine Dörfer und genoßen die wunderbare Natur des Nationalparks nähe Sapa. Zahlreiche Kaffeeplantagen, Flüsse und komisch geformte Bäume, die ich vorher noch nie gesehen habe.
Nach dem 6 Stündigen hoch und runterlaufen im Grünen war ich total fertig. Ich packte meinen Rucksack aufs Motorrad und wollte los… (Anmerkung: es gibt in Sapa kaum eine Straße die nicht 10% oder mehr Steigung o. Gefälle hat) – Auf dem Weg runter in die Stadt schrie ich “OH FUCK”, denn ich merkte das meine Vorderbremse komplett im Arsch war. Die Hinterbremse ging noch, allerdings lange nicht so Kraftvoll. Mit viel Mühe und Not drosselte ich meine Geschwindigkeit in dem ich in den ersten Gang ging und stoppte in einem Kreisel nachdem ich ausgerollt war. Man hatte ich ne Angst! Das hätte so hart schief gehen können…

Hab es danach zur Werkstatt geschoben und es stellt sich herraus das die Bremsflüssigkeit leer war. Der nette Werkstattmensch füllte sie kostenlos nach und ölte noch meine Kette! Super nett!

Tag 4

Nachdem ich noch eine Nacht in Sapa verbracht hatte ging es nurnoch “downhill” richtung Lai Chau. Die Landschaft war einfach nur Atemberaubend. Wahnsinnig hohe Berge, riesen Flüsse und Wasserfälle.
Auf dem Weg traf ich das erste mal (ausgenommen Sapa) ein Touristenpärchen die eine ähnliche Strecke mit dem FAHRRAD machten. Sie haben in China angefangen und sind schon ein halbes Jahr unterwegs. Ist natürlich auch spannend… aber hey, wieso macht ihr das nicht mit dem Motorrad? Antwort: “this is sooo bad for nature… you know the air pollution” – ich meine, sie haben ja recht… aber öko-freakiger gehts ja nicht mehr^^ Ich hätte kein bock 10% Steigung jeden Tag…

Nächster Stop war dan Than Uyen. Sehr viele Kaffeeplantagen und sehr wilde Natur. Habe auf dem Weg ein bischen Zuckerrohr gefuttert (yummy!) und ein bischen in den Flüssen geplantscht. Nach ner gemütlichen Pause in der warmen Sonne (18 grad+) ging es auf (sehr) guter Straße weiter nach Nghia Lo.

Kurz vor Nghia Lo wurde es dann dunkel und beim Tanken hatte ich dann Jemanden gefunden bei dem ich übernachten konnte. Diesmal bekam ich sogar nen eigenes Zimmer und es gab heißes Wasser! Yeah duschen macht spaß mit heißem Wasser! :D
Geld wollte er am nächsten Morgen nicht annehmen, also hab ich ihm ein paar Aspirin und Paracetamol dagelassen.

Tag 5

Von Nghia Lo sollte es eigentlich durch Phu Yen nach Son La (später Mai Chau) allerdings gibt es ja nicht grad viele Straßen in den Bergregionen und die eine Straße dort hin wurde durch einen Erdrutsch zerstört. Zumindest ca. 300 Meter Straße war komplett eingefallen (siehe Video).
Ich fuhr also 100km wieder zurück zum letzten T-Stück und fuhr Richtung Hanoi.
Vor Hanoi ging es noch ein bischen durch die Hoi Binh Region (wirklich sehr sehr schön!) und dann auf den staubigen Highways zurück in die große Stadt.
Habe übrigens 1,5 Stunden in Hanoi selber gebraucht um den Motorradladen zu finden… Ahhh!

->> Bilder

Flo

7 Comments

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  1. cainy
    January 1, 2009 at 17:56 #

    Haste da im Vorfeld Medikamente als Währung eingeplant? :P

  2. vaitor
    January 2, 2009 at 5:17 #

    hehe macht glatt den eindruck! nehme aber generell beim reisen in südostasien immer 2-3 blister mehr von allem mit… grade immodium kann zur nahrung werden wenn man sich in manchen regionen bei jeder mahlzeit fragt, was das eigentlich ist, was vor einen liegt ;)

  3. smitz
    January 3, 2009 at 3:44 #

    Halong Bay sieht ja krass aus, sind diese Felsen da bewohnt teilweise?

  4. tim
    January 4, 2009 at 11:31 #

    hat mich auch mal interessiert^^

    http://de.wikipedia.org/wiki/Halong

    “… meist unbewohnt”

  5. cainy
    January 6, 2009 at 20:52 #

    Mehr von so Berichten plz ;)

  6. Kerstin & Rainer
    January 7, 2009 at 12:26 #

    Hallo!
    Mein Mann und Ich sind sehr inspiriert für unsere Vietnam Reise im Sommer. Tolles Video! Besonders die Motorrad Tour finde ich sehr eindrucksvoll. 1400 Kilometer klingen ziemlich viel für die kurze Zeit – Hast du längere Stops gemacht oder bist du fast auschließlich gefahren?
    Wie viel Geld hast du mitgenommen? Ich denke es gibt in den Bergdörfern nicht grade einen Geldautomaten *g*
    Liebe Grüße
    Kerstin & Rainer

  7. vaitor
    January 8, 2009 at 20:03 #

    hallo kerstin + rainer,
    danke für die blumen!

    ich muss sagen, die strecke war ziemlich anstregend und ich empfehle ein paar tage mehr! allerdings bin ich durchschnittlich von 7:00-17:00 gemütlich gefahren und habe ziemlich oft gestoppt. würde mal so auf 6-7 std. fahrt pro tag tippen.
    in sapa gibt es nen geldautomaten, ansonsten hab ich keinen gesehen… habe in den kompletten 5 tage knapp 40 euro verbraucht (also benzin, essen/trinken, übernachtung) – achtet darauf das ihr kleine banknoten mitnehmt -> 500.000/200.000 dong (20/8 euro) scheine nimmt, außer in sapa, keiner an)

    viel spaß in vietnam, im sommer ist es übrigens nicht so kalt dort oben ;)